Einzelhandels- und Dienstleistungsverband  Aachen-Düren-Köln e.V.
Willkommen beim Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Aachen-Düren-Köln e.V.
24.06.2010
Grußwort des Vorsitzenden zur Delegiertentagung
hamel Jörg Hamel, aus Anlass der Delegiertentagung am 16. Juni 2010 im Rotonda Business Club Köln:

Meine sehr verehrten Damen,
meine sehr geehrten Herren,
liebe Kollegen und Kolleginnen,

vor gut einem Jahr haben wir in der Wolkenburg hier in Köln die Verschmelzung der bis dahin rechtlich selbständigen Einzelhandelsverbände Köln und Aachen-Düren beschlossen. Ein wichtiger Schritt.

Heute haben wir diesen Schritt konsequent fortgesetzt:

Der Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Rhein-Erft-Kreis ist auf den Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Aachen-Düren-Köln verschmolzen.

Unser Ziel ist somit erreicht, durch diese Integration eine verbandliche Vertretung des Einzelhandels im Wirtschaftsraum vom Rhein bis zur deutsch-niederländisch-belgischen Grenze zu schaffen, die Leistungsfähigkeit unseres Verbandes weiter auszubauen und das Gewicht unseres Verbandes in der Lobby-Arbeit für unsere Mitglieder vor Ort und in der Gesamtorganisation zu stärken.

Es ist mir daher eine große Ehre und Freude zugleich, Sie heute im Namen dieses neuen Verbandes recht herzlich hier im Rotonda Business Club in Köln begrüßen zu dürfen.

Mein besonderer Gruß gilt Herrn Hans-Werner Bartsch, Bürgermeister der Stadt Köln, der ein Grußwort der Stadt Köln an uns richten wird.

Mein Dank richtet sich insbesondere an die anwesenden Bürgermeister, die Vertreter der Kommunen, der Banken, der Sparkassen, der Schulen, des Handwerks, der Bundeswehr, die Repräsentanten der Verbraucherverbände, der benachbarten und befreundeten Verbände sowie den Vertretern der Presse.

Besonders freue ich mich darüber, dass der Präsident der IHK Aachen, Herr Bert Wirtz und der Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, Herr Jürgen Drewes, sich nicht gescheut haben, den langen Weg nach Köln in Kauf zu nehmen, um uns heute hier zu besuchen.

Stellvertretend für unsere EUREGIO-Preisträger freue ich mich, unseren letzten Preisträger, Herrn Karl-Heinz Stamm, begrüßen zu können.

Mit dem Euregio-Preis des Einzelhandels hat der Aachener Verband in der Vergangenheit Persönlichkeiten für ihre besonderen Verdienste im Einzelhandel ausgezeichnet.

Herzlich willkommen heiße ich auch Herrn Dr. Andreas Kaapke, Sprecher der Geschäftsführung des Instituts für Handelsforschung, der im Anschluss an meine Worte zum Thema „Handel am Scheideweg – wie sich auf dynamische Entwicklung einstellen in ökonomisch schwierigen Zeiten?“ – vortragen wird.

Auf Ihren Vortrag, Herr Dr. Kaapke, bin ich jetzt schon gespannt.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

der Einzelhandel im Bundesdurchschnitt ist mit einem moderaten Umsatzminus von nominal 1,6 % und real 1,9 % im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen 2009 noch einmal mit einem „blauen Auge“ davongekommen.

Das gilt im Großen und Ganzen auch für unsere Region, wobei hier keine konkreten Daten vorliegen.

Manche „Weisen“ behaupten, der Einzelhandel habe 2009 die deutsche Wirtschaft sogar stabilisiert, denn – das muss man wohl bei allen speziell z.Zt. politischen Diskussionen immer wieder wiederholen und betonen – der Konsum ist ein wichtiger Faktor zur Stabilisierung der Wirtschaft.

Wie die Realität hinter diesen Zahlen jedoch aussah, ist schwer zu konkretisieren, denn auch im vergangenen Jahr zeigte sich keine Einzelhandelsbranche als klarer Verlierer oder Gewinner.

So gab es einige Vertriebsformen und Branchen, die über dem Durchschnitt lagen. Vor allem Fachmärkte, der filialisierte Non-Food-Handel und die Supermärkte. Auch bei Schuhen, Bau- und Heimwerkerbedarf, Foto und Optik sowie Möbel und Einrichtungsgegenständen war die Entwicklung häufig positiv. Schwächer schnitt jedoch der Einzelhandel mit Sportartikeln, Spielwaren und Lebensmitteln ab.

So unterschiedlich zeichnen sich auch die Entwicklungen und die Erwartungen der einzelnen Branchen für das Jahr 2010 ab. Es wird immer schwieriger für alle Branchen des Einzelhandels, allgemeingültige Aussagen zu machen.

Immer stärker driften Branchen- und Firmenkonjunkturen auseinander. In den Metropolen läuft es häufig besser als auf dem Land und in den Mittelzentren. Dies erschwert es uns natürlich, allgemeingültige Aussagen, z.B. über den Verlauf des Weihnachtsgeschäftes, der Schlussverkäufe und anderen Aktionen im Handel zu machen.

Dennoch schließen wir uns der Prognose unseres Hauptverbandes, dem Handelsverband Deutschland, auch für unsere Region an und gehen davon aus, dass sich der Einzelhandelsumsatz 2010 nominal etwa auf dem Vorjahresniveau bewegt. Preisbereinigt wird dies voraussichtlich jedoch erneut einem Minus von rd. 0,5 % entsprechen.

Die bisherige diesjährige Entwicklung bestätigt diese Erwartung.

Abzuwarten bleibt jedoch, wie sich die öffentliche Diskussion über die immer weiter steigende Staatsverschuldung und das von der Bundesregierung beschlossene Sparpaket auf die Konsumlust der Verbraucher auswirken wird. Denn – seien wir ehrlich – auch wenn Kürzungen zum jetzigen Zeitpunkt unumgänglich und viele Maßnahmen zu spät ergriffen worden sind. All’ diese Maßnahmen wirken nicht gerade konsumfördernd.

Erfreulich und richtig an dem beschlossenen Sparpaket ist jedoch, dass die Mehrwertsteuer nicht erhöht wird und das Steuerprivileg für Lebensmittel erhalten bleibt. Eine Erhöhung des allgemeinen Mehrwertsteuersatzes hätte die konjunkturelle Erholung endgültig beeinträchtigt.

Richtig und wichtig ist auch, dass der Katalog der Waren und Dienstleistungen, die dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz unterliegen, überarbeitet werden soll. Denn diesem Katalog liegt so mancher Unsinn zu Grunde.

Die Reaktionen der „Straße“ zeigen, dass das Sparpaket in seiner Ausgewogenheit noch Lücken aufweist. Dies ist nicht nur meine Meinung, sondern wird auch von den anderen Verbandsspitzen geteilt, wie meine Gespräche letzte Woche in Berlin beim DIHT gezeigt haben.

Abzuwarten bleibt natürlich auch der Ausgang der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Eine gute Leistung unserer Mannschaft steigert die Stimmung im Lande und somit nicht zuletzt auch die Konsumneigung.

Der Anfang ist gemacht. Das 4 : 0 lässt uns hoffen, der Start war mehr als gelungen.

Was nicht nur dem Einzelhandel zugute kommt, sondern indirekt auch Beschäftigungs- und Ausbildungsplätze sichert.

So ist der Einzelhandel nach wie vor einer der begehrtesten Ausbilder in Deutschland. Mit seinen Berufen Einzelhandelskaufmann und Verkäufer belegt er die Plätze eins und zwei im Beliebtheitsranking. Erfreulich ist hierbei, dass unsere Einzelhändler auch in der Wirtschaftskrise – trotz der schwächer werdenden Nachfrage nach Ausbildungsplätzen – ihre Ausbildungsplatzangebote auf dem hohen Niveau halten wollen.

Dies auch im eigenen Interesse: Wer jetzt ausbildet, hat im Wettbewerb immer knapper werdender Mitarbeiter auch in Zukunft bessere Chancen.

Der Einzelhandel ist ein sehr wichtiger Arbeitgeber in unserer Region.

So waren im letzten Jahr in unserem Verbandsgebiet (jedoch ohne den Rhein-Erft-Kreis) rd. 84.000 Personen (rd. 58.000 Sozialversicherungspflichtige und rd. 26.000 geringfügig Entlohnte) in den Handelsunternehmen beschäftigt.

Die Mehrzahl unserer Einzelhändler wollen auch in diesem Jahr ihre Mitarbeiter behalten, denn sie wissen, wie wichtig qualifiziertes Fachpersonal ist.

Auf der anderen Seite zeigen diese Zahlen eindeutig, dass alle Kommunen und Politiker in unserem Verbandsgebiet gefordert sind, die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel so zu gestalten, dass er auch florieren kann.

Hierzu gehört neben der nach wie vor wichtigen Erreichbarkeit (sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem ÖPNV oder mit dem eigenen Pkw), seine Geschäfte entsprechend des geltenden Ladenöffnungsgesetzes öffnen zu können.

So war es nach unserer Auffassung nach wie vor ein Unding, dass beispielsweise der Rat der Stadt Aachen in seiner Ratssitzung im März d.J. zuerst einmal alle beantragten verkaufsoffenen Sonntage abgelehnt hatte. Erst nach intensiven Gesprächen unsererseits ist dann einem erneuten Antrag – wenn auch mit weniger und geänderten Terminen – stattgegeben worden.

Dieses Unverständnis gilt auch für die die Stadt Köln, in der nach wie vor nur drei offene Sonntage pro Jahr für die Innenstadt genehmigt werden.

Auch hier werden wir „am Ball bleiben“. Unser Ziel ist es, dass auch den Händlern der Kölner Innenstadt, die ihnen nach dem Gesetz möglichen vier offenen Sonntage pro Jahr seitens des Rates der Stadt genehmigt und gebilligt werden.

Ein weiteres Thema, das uns nach wie vor am Herzen liegt, ist ein optimales Baustellenmanagement.

Trotz zahlreicher Baumaßnahmen müssen die Einzelhandelsstandorte immer gut erreichbar bleiben. Die Situation am Alter Markt und rund um den Dom ist immer noch problematisch. Auch die Regelung an der Rhein-Ufer-Straße, einer der wichtigsten Zufahrtsstraßen in die Kölner City, lässt zu wünschen übrig.

Bei verkaufsoffenen Sonntagen dürfen nur an diesen Tagen gesperrte Zufahrtsstraßen die Zufahrt in die Innenstädte nicht behindern, was leider immer wieder passiert.

Ein intelligentes Baustellenmanagement mit rechtzeitiger Information der Händlerschaft, beispielsweise bei Baumaßnahmen in der Kölner Innenstadt oder beim Umbau des Aachener Kreuzes, muss daher selbstverständlich sein.

Neben seiner wichtigen Funktion als Arbeitgeber, Gewerbesteuerzahler usw…. ist und bleibt der Handel nach wie vor der gestaltende Faktor für eine pulsierende und lebenswerte Stadt.

Funktionierender Einzelhandel ist der Garant für eine positive Stadt.

Damit unsere Stimme noch gewichtiger gegenüber Politik und Verwaltung wird, und wir weiterhin ein kompetenter Ansprechpartner und Interessenvertreter des Einzelhandels in der Region bleiben, haben wir heute einen weiteren konsequenten Schritt in diese Richtung unternommen: Der Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Rhein-Erft-Kreis hat sich auf unseren Verband verschmolzen.

Damit ist es uns gelungen, eine verbandliche Vertretung des Einzelhandels im Wirtschaftsraum vom Rhein bis zur deutsch-niederländischen-belgischen Grenze zu schaffen, die Leitungsfähigkeit des Verbandes noch weiter auszubauen und das Gesicht unseres Verbandes in der Gesamtorganisation zu stärken.

Im vergangenen Jahr gab es zudem auf Landesebene eine Vereinigung des Einzelhandelsverbandes mit der Arbeitsgemeinschaft der Groß- und Mittelbetriebe. Unser regionaler Verband vertritt nun also alle organisierten Handelsformen.

Auch wenn wir jetzt größer geworden sind, ist die Betreuung des einzelnen Mitgliedes vor Ort nach wie vor gewährleistet, da die regionalen Ansprechpartner erhalten bleiben. Gleichzeitig geht durch eine stärkere Spezialisierung der Mitarbeiter eine Verbesserung der Leistungskraft des Verbandes einher, zum Nutzen unserer Mitgliedsunternehmen.

Durch die Einführung des Regionalprinzips wählen die einzelnen Regionen ihre Delegierten, die heute hier anwesend sind und somit gewährleisten, dass auch die Belange der jeweiligen Regionen im Verband angemessen berücksichtigt werden.

Wir freuen uns daher, auch in Zukunft der kompetente Ansprechpartner und Interessenvertreter des Einzelhandels jeglicher Größenordnung für Sie zu sein.

Bevor ich nun Herrn Dr. Kaapke bitte, seinen interessanten Vortrag zu halten, erlauben Sie mir noch zwei Anmerkungen, die normalerweise zwar nicht an diese Stelle gehören, aber – so bin ich sicher – dennoch erwähnenswert sind.

Mit Ende des Monates scheiden zwei Mitarbeiter aus Altersgründen aus unseren Diensten aus.

Einmal ist es Herr Uwe Klein, unser langjähriger Hauptgeschäftsführer in Köln und zum anderen Frau Rita Bodem, die nunmehr seit 35 Jahren in unserer Geschäftsstelle in Aachen „die gute Seele in der Geschäftsstelle“ ist.

Beide scheiden altersbedingt zum 30. 06. 2010 aus und bei beiden möchte ich mich für ihre langjährigen Dienste und ihr Engagement für unseren Verband recht, recht herzlich bedanken.

Herr Klein ist seit 1973 dem Handel eng verbunden. Viele von Ihnen kennen ihn aus zahlreichen Gesprächen und Veranstaltungen.

Frau Bodem ist besonders den Aachener Mitgliedern ans Herz gewachsen.

Beide haben entscheidend mit dazu beigetragen, dass unser Verband für unsere Mitglieder ein kompetenter Berater und bei Politik und Verwaltung ein angesehener Interessenvertreter des Einzelhandels ist.

Hierfür mein recht herzlicher Dank.

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Ich habe versucht, einen kurzen Überblick über die derzeitige Situation des Einzelhandels und der neuen Verbandsstruktur des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Aachen-Düren-Köln zu geben.

Sie sehen: Handel ist Wandel, dem sich auch die Verbände nicht entziehen können.

Wir als Verband haben in den letzten Jahren die entscheidenden Schritte für eine weiterhin positive und erfolgreiche Zukunft eingeleitet. .
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